Was meint iXi zur Hufgesundheit?

Die Gesundheit und optimale Belastbarkeit der Hufe ist die Basis eines gesunden Bewegungsapparates. 

Leider werden diese aus Mangel an Sachkenntnis zu oft vernachlässigt.

Man meldet das Pferd in regelmäßigen Abständen beim Schmied an und vertraut darauf, dass dieser sich schon genug um diese Angelegenheit kümmert.

Kaum jemand kann beurteilen, ob die Stellung stimmt. Das wissen auch die meisten Schmiede und es wird daher oft etwas nachlässig gearbeitet.

Dabei muss man sich für die grobe Beurteilung nur zwei Linien merken.

Kontrollieren sollte man erstens die von vorn gesehene senkrechte Linie, die von der Mitte des Fesselkopfes durch die Mitte des Hufes zum Boden zieht.
Diese sollte gerade beziehungsweise nicht gebrochen und möglichst senkrecht zum Boden sein. Bei Gelenkverstellungen kann es allerdings besser sein, die Hufachse wird nicht künstlich gerade gemacht, sondern passt sich gefühlvoll den Gelenkfehlern an.

Die andere Linie ist die seitliche, die von der Mitte des Fesselkopfes durch die Mitte des Hufes zieht und zu der vorderen Hufwand parallel verläuft. Diese sollte ebenfalls eine gerade Linie bilden.

Oft ist die Linie gebrochen aufgrund fehlender oder untergeschobener Trachten und zu langer Zehen.

Dies kommt bedenklich häufig vor und häuft sich auch bei bestimmten Schmieden, wo dies hingegen bei anderen kaum vorkommt...

Ein weitere Ursache dafür sind zu kurze Eisen, da diese gerne verwendet werden weil die Pferde sie sich nicht so schnell abtreten.

Die Eisen sollten so lang sein, dass sich die Schenkelenden ungefähr auf der Hälfte zwischen Huf- und Ballenende befindet und so der Huf genügend Unterstützung findet. Dies schont nebenbei auch Sehnen und Gelenke in weichem Boden.

Außerdem werden die Zehen oft nicht genug gekürzt da dies genaues Arbeiten, gutes Fachwissen und Erfahrung erfordert. 

In letzter Zeit sieht man sehr oft, dass Hintereisen mit zwei Aufzügen vorne aufgenagelt werden. Warum?

Beim normalen Vorderbeschlag mit einem Aufzug vorne muss der Schmied die Zehe genügend kürzen und zum besseren Abrollen eine Zehenrichtung anschmieden, was etwas arbeitsaufwändig ist und die Eisen dann genau dem Huf anpassen.

Zehenachse vorne
Zechenachse seitlich

Durch den Aufzug vorne wird der Tragrand gleichmäßig belastet und der Hufmechanismus, das Ausdehnen der Hufkapsel bei jedem Auffußen, nicht gestört. Wenn dieser Beschlag ordentlich ausgeführt ist, kann das Pferd gut abrollen und kommt schnell genug mit den Vorderbeinen vom Boden, was auch dem Greifen der Hinterhufe in die Vorderhufe vorbeugt.

Das dies besser funktioniere ist das Argument des Beschlags mit zwei Aufzügen. Vor allem bei Dressurpferden wird dieser Beschlag oft gemacht, weil durch die flachen Hufe mit den zurückgesetzten Eisen die Vorhandmechanik verbessert wird. Was auf jeden Fall der Vorteil dieses Beschlags ist, dass die Eisen ohne eine Zehenrichtung anzuschmiegen, einfach etwas zurückgesetzt werden. Es spart also Zeit und auch ein nicht so erfahrener Schmied kann den Beschlag ausführen.

Optimal ist dieser "moderne Sportpferdebeschlag" also besonders für Schmiede, die zu mehreren die Ställe anfahren und viele Pferde in kurzer Zeit beschlagen müssen.

Da sich der Vorderhuf als Lastträger im Ganzen und vor allem im hinteren Teil bei der Bewegung ausdehnt und zusammenzieht beim Fußen, kann es an den Aufzügen Druckstellen geben und die Hufwand beschädigt werden oder gar der Hufmechanismus eingeengt werden. 

Die Trachten schieben sich leichter unter, wenn der Huf nicht mehr richtig arbeiten kann.

Außerdem wird die Hufwand ungleichmäßig belastet. Insgesamt ist der Huf nicht im natürlichen Gleichgewicht und dieser Beschlag sollte eine Ausnahme für Problemfälle und nicht zur Norm werden um künstliche Vorhandaktivitäten zu provozieren!

Beim Barhuf gibt es andere Probleme und zwar das Ausbrechen der Hufwände, die im Ungleichgewicht sind. Ausbrechen tut es an den Stellen, die mehr belastet werden. Wenn die Hufwand gleichmäßig belastet wird, kann sie kaum ausbrechen.

Daher sollte man immer mal wieder selbst zur Raspel greifen und den Huf in das natürliche Gleichgewicht bringen.

Unter Beachtung der beiden oben erwähnten Linien kann man überstehende Hufwandbereiche einfach abraspeln.

Man soll da den Huf abraspeln wohin er zeigt, wie man so schön sagt.

Wenn man immer darauf achtet, braucht man den Schmied eigentlich nur noch holen zum Ausschneiden des Strahls oder wenn es nicht genug Abrieb gegeben hat und die Hufe im allgemeinen zu lang werden.

Außerdem sollte man sich generell für jedes einzelne Pferd fragen, braucht es einen Hufbeschlag oder geht es auch ohne.

Da kommt dann auch immer wieder besonders von Sportreitern das Argument, dass ein Beschlag positiven Einfluss auf die Gangmechanik hat. Dies stimmt schon, denn immerhin hängt ja nun ein nicht so geringes Gewicht an den Beinenden.

Die sogenannte "Knieaktion" wird nun anfangs natürlich gefördert, was damit den Anschein macht, das Pferd wäre weiter ausgebildet und losgelassener als es in Wahrheit ist.

Denn auch barfuss gehende Pferde zeigen "Knieaktion", wenn sie wirklich losgelassen und ausbildungsmässig soweit sind. 

Man sollte auch bedenken, dass die Gewichte an den Zehenenden Gelenke und Bänder vor allem von jungen und relativ untrainierten Pferde nicht unerheblich strapazieren können, vor allem bei Gangverstärkungen in dem kurzen Moment des Nachfederns oder Beinschnickens.

Dies sollte man zumindest wissen, wenn es auch in den wenigsten Fällen befolgt werden wird, da bedauernswerter Weise oft aus verschiedenen Gründen Zeit fehlt für die jungen Pferde.

Damit ein Huf strapazierfähig wird, braucht es eine Weile und vor allem muss sich eine dicke Sohle ausbilden, die zusammen mit dem Tragrand eine belastungsfähige Einheit bildet. Viele Schmiede bearbeiten die Barhufe aber so, dass sie schön aussehen - nur das ein Pferd Probleme hat damit auf hartem Boden zu laufen. Man ist daher geneigt, das Pferd doch lieber beschlagen zu lassen.

Manchmal ist es ganz gut, die Raspel für eine Weile selbst in die Hand zu nehmen und den Schmied mal ausfallen zu lassen...

Wenn man sich für Hufbearbeitung interessiert, findet iXi es wichtig zu lesen:

                  www.mustanghuf.com 

wo man alles über natürliche Hufbearbeitung finden kann und noch ausführlicher und auch sehr interessant sind die Bücher von Jaime Jackson, der als erster direkt an freilebenden Mustangs geforscht hat!

Pflegemäßig muss man eigentlich nicht so viel machen wie man glaubt, da die Hufe, wie unsere Fingernägel, von innen ernährt werden.

Bei sehr trockenen Hufen empfiehlt sich anstelle von Huffett eine Hufcreme oder man nimmt eine handelsübliche Hautcreme. Die zieht schnell ein und führt dem Huf etwas Feuchtigkeit zu.

Das war's auch schon, mehr braucht man wirklich nicht.

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