Impfungen

Es gibt bei Pferden hauptsächlich 3 Impfstoffkomponenten, und zwar gegen Influenza, Herpes und Tetanus.

Die für das Pferd wichtigste Impfung ist die gegen Tetanus.

Pferde sind überaus empfindlich gegen Tetanusbakterien, die sich überall im Boden und der Stallumgebung aufhalten können.

Die Krankheit verläuft fast immer tödlich mit schlimmen Qualen.
Es reicht, nach einer Grundimmunisierung von 2 Impfungen innerhalb 4 bis 6 Wochen, alle 2 Jahre eine Auffrischung durchzuführen.

Die von der FN vorgeschriebene Impfung für Turnierteilname und auch oft für andere Veranstaltungen ist die halbjährliche Influenza- Impfung.

Influenza oder Pferdegrippe oder auch Hoppegartener Husten genannt, tritt von Zeit zu Zeit als Seuchenzug auf und kann ganze Veranstaltungen lahmlegen.

Diese Krankheit ist einer Virusgrippe ähnlich, wie der des Menschen und verläuft bei geschwächten und alten Tieren auch manchmal tödlich. Komplikationen sind Lungenentzündung und Herzmuskelentzündung. Es ist daher im Krankheitsfall wichtig, dem Pferd ausreichend Zeit zur Erholung zu geben.

Man muss ungefähr mit 3 Wochen Krankheitszeit rechnen.
Die Influenzaviren ändern sich ständig und daher ist eine sichere Schutzwirkung der Impfung (jüngster verwendeter Virenstamm ist von 2003) nicht gegeben, wie sich in den letzten Krankheitsausbrüchen gezeigt hat. Es waren geimpfte wie ungeimpfte Pferde gleichermaßen erkrankt.

An der Impfpflicht wird dennoch festgehalten.

Die Impfung gegen Herpes ist die umstrittenste aller Pferdeimpfungen.

Es gibt verschiedene, an Pferde adaptierte Herpesviren aber geimpft wird nur gegen 2 Arten, das Equine Herpes Virus 1 und 4.

EHV 1 verursacht eine Entzündung der oberen Luftwege, wobei die Erkrankung nur einmal akut und oft mit leichtem Fieber und Abgeschlagenheit auftritt, meist im jugendlichen Alter. Des Weiteren verursacht die akute Infektion trächtiger Stuten einen Virusabort. Und in seltenen Fällen eine neurologische Form, die mit Lähmung einhergeht.

EHV 4 verursacht nur eine Entzündung der oberen Luftwege.

Herpesviren im Allgemeinen gibt es in mehr als 170 Unterarten und diese haben als Gemeinsamkeit, dass sie nach der Erstinfektion im Körper verbleiben und unter besonderen Umständen reaktiviert werden können zu einer meist harmlosen Erkrankung.
Bei Pferden äußert sich dies zumeist in leichtem Husten während des Fellwechsels oder nach streßbeladenen Tagen, wie Turnieren oder ähnlichem.
Man kennt dies auch an den Herpes-Lippenbläschen des Menschen, die nur auftreten, wenn das Immunsystem kurzfristig geschwächt ist.

Aber wer infiziert ist, bleibt es ein Leben lang.

Es gibt für Menschen keine Impfung gegen Herpes, außer gegen Windpocken - diese ist allerdings auch sehr umstritten.

Eine Impfung gegen Herpesviren wird allgemein nicht für sinnvoll erachtet, da eine gesunde Lebensführung den besten Schutz bietet und bei erfolgter Infektion keinerlei Vorteile, eher Impfunverträglichkeit erwartet wird.

Bei Pferden wird in letzter Zeit auch eingeräumt, dass die Impfung für das einzelne Pferd keinen Nutzen hat, allerdings wohl die Erregerausscheidung eindämmt.
Wenn man aber bedenkt, dass über 90 % aller Reitpferde Träger von Herpesviren sind und in Pensionsställen mit wechselndem Besatz sicher alle und die Impfung oft sehr schlecht vertragen wird, muss man den Sinn doch eher im Vorteil für Tierarzt und Pharmaunternehmen sehen.

Ähnlich der Influenza-Schutzimpfung lassen sich Erfolge einer Herpes-Schutzimpfung in der Praxis nicht erkennen. Im Gegenteil, es gibt sogar Untersuchungen, die eine Zunahme von Stutenaborten nach Einführung der Schutzimpfung nachweisen. Auch schwere neurologische Verlaufsformen werden durch die Impfung nicht verhindert. So erkrankten in Ohio in einem Stall mit 144 Pferden 85% - das sind 122 Pferde. 12 der erkrankten Pferde starben, bzw. mussten getötet werden. Alle Pferde waren gegen Herpes geimpft. Und auch bei den seit einigen Jahren in Deutschland auftretenden Herpesinfektionen mit schwerem, teils tödlichem Verlauf, erkranken und sterben nach Herstellervorschrift geimpfte Pferde.

Was eventuell Sinn machen würde, wäre eine Impfung von Zuchtstuten mit der aktiven ( lebende aber abgeschwächte Viren) Schutzimpfung gegen EHV 1 unter der Voraussetzung, dass sie keine Träger des Virus sind. Dies kann jedes veterinärmedizinische Labor feststellen. Sie haben dann keinen Herpes-Titer.

Und dann gibt es noch die Tollwutimpfung für Weidepferde, die sich aber erübrigt hat, da in Deutschland seit Jahren keine Wildtollwut mehr aufgetreten ist.

Alle Impfungen können Nebenwirkungen oder besser Unverträglichkeiten nach sich ziehen. Dies geschieht im Besonderen dann, wenn das Pferd nicht ganz gesund ist zum Zeitpunkt der Impfung oder sich gerade mit einem Infekt infiziert hat, der noch nicht ausgebrochen sein muss. Daher muss das Pferd vor der Impfung genau untersucht werden.

Die schlimmsten Unverträglichkeiten, meist mit Fieberschüben und schlimmer kommen in Verbindung mit der Herpesimpfung vor. Vor allem wenn das Pferd Herpesträger ist. 

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Was meint iXi zu Impfungen?

iXi meint, dass man je nach Nutzung des jeweiligen Pferdes nur die nötigen Impfungen durchführen lassen sollte.

Wichtig ist eigentlich nur die Impfung gegen Tetanus.

Wenn man Turniere und andere Veranstaltungen besucht, muss man die halbjährliche Influenza-Impfung auf jeden Fall durchführen lassen aber auf die Herpes-Impfung soll sollte man, wo es möglich ist, verzichten.

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