Leberwerterhöhung

Die wichtigsten Enzyme beim Pferd ist die AST oder früher GOT genannt und die GGT. Die anderen Werte sind von begleitendem Charakter, können aber Ausmass und Schwere einer Erkrankung genauer eingrenzen.

AST ist ein Enzym, das in den Mitochondrien der eigentlichen Leberzellen vorkommt, das sind die Kraftwerke der Zellen. Das bedeutet, wenn das AST in größerem Ausmass frei wird und in den Blutkreislauf gelangt, geht dem ein Tod von Leberzellen voraus.

Ursache ist jegliche Entzündung der Leber, ob Vergiftung, Infektion oder auch ein Trauma.&nb

GGT ist ein Enzym, das in den Zellen der Innenauskleidung der Gallengänge vorkommt. Diese Zellen reagieren empfindlich auf eine Stauung der Gallenflüssigkeit. Die Ursache kann verschieden sein, eine Verlegung durch Tumore oder Entzündung der Gallengänge aber auch durch eine Schwellung der Leber, wie bei einer auch nur anfänglichen Fettleber. Bei Menschen ist die Erhöhung der GGT ein starkes Indiz eines länger bestehendem Alkoholmissbrauchs und bei Pferden ist das Äquivalent dazu die chronische Zuführung von verschieden Pyrrolizidinalkaloidhaltigen Pflanzen wie v.a.Jakobskreuzkraut. Dieses spezielle Gift reichert sich in der Leber an und beeinflusst den Fettstoffwechsel und führt letztlich zu einer Verhärtung und Schwellung der Leber sowie durch den ständigen Gallestau zu dem Zelluntergang der speziellen GGT-haltigen Zellen. 

Es ist sehr oberflächlich zu behaupten, dass die auffällig gelb blühende Pflanze von Pferden nicht gefressen würde, denn das passiert nur bei dessen Erscheinung im zweiten Jahr, das Jahr in dem sie aussamt. Im ersten Jahr ist das Kraut unauffällig und bodennah und besitzt kaum Bitterstoffe so dass es sehr wohl gefressen wird! Ausserdem werden Heuwiesen und Weiden kaum gespritzt und so gelangt auch oft JKK auf die Weiden und ins Heu. Auf Weiden findet man es vermehrt, wenn sie sehr kurz gefressen und überweidet sind, da anfliegende Samen dort Platz haben. Es blüht sehr auffällig an vielen Strassenrändern und kann sich leider oft ungehindert vermehren. Mittlerweile ist es so, daß das JKK in fast allem grünfutterhaltigen Futtermitteln vorkommt, wenn auch oft nur in Spuren. Es gibt aber auch schon fortschrittliche Länder, wie die Schweiz , wo das Vorkommen von JKK amtlich gemeldet werden muss!

Nebenbei gibt es auch andere Kreuzkrautarten, die nicht so bekannt sind.

Interessant hierzu ist die Webseite  www.jakobskreuzkraut.de