Impfungen

Die verbreitetste und daher als normal angesehene Vorgehensweise bei Impfungen unserer Hunde und Katzen ist die jährliche Komplett-Impfung.

Darunter versteht man eine 6-7fach Impfung bei Hunden und 3-4fach Impfung bei Katzen.

Dazu verschicken manche Praxen sogar jährlich Impferinnerungskärtchen.

Dabei gibt seit etwa 6 Jahren eine vom „Bundesverband Praktischer Tierärzte“ verfasste „Deutsche Impfempfehlung“, die ganz andere Empfehlungen gibt. (s.u.)

Diese basiert auf den neuesten Erkenntnissen der Immunolgie und wurde erlassen in Verbindung mit der Einführung des Europäischen Heimtierausweises, der notwendig ist zum ungehinderten Reisen in EU-Länder.

Vorweg: Was gibt es für Impfungen?

Es gibt die sogenannten „Core-Komponeneten“, das sind beim Hund die empfohlenen Impfungen wie Staupe, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut, bei der Katze Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut um flächenhafte Schutzwirkung zu erhalten gegen Krankheiten, die zwar kaum noch vorkommen aber wieder eingeschleppt werden könnten.

Das soll verhindern, dass sich ein Seuchenzug bildet.

Die anderen Impfungen, wie die gegen Zwingerhusten, eine Art Grippeimpfung, gegen Borreliose und Herpes sowie bei der Katze gegen Leukose und FIP werden als nicht notwendig aber individuell sinnvoll erachtet.

Allerdings ist niemand gezwungen, sein Tier so impfen zu lassen. Zum Reisen reicht eine Tollwutimpfung, die 3 Jahre gilt. Bei uns in Deutschland gibt es seit Jahren keine Fälle von Wildtollwut mehr!

Ein Auszug der Deutschen Impfempfehlung

Deutsche Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis

A. Impfempfehlung Hund

Core - Komponenten gegen: Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut

Grundimmunisierung

Als Grundimmunisierungen von Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren

Im Alter von
8 Lebenswochen: Staupe, HCC, Parvovirose,

Leptospirose
12 Lebenswochen: Staupe, HCC, Parvovirose,

Leptospirose, Tollwut
16 Lebenswochen: Staupe, HCC, Parvovirose,

Tollwut
15 Lebensmonaten: Staupe, HCC, Parvovirose,

Leptospirose, Tollwut

Ab einem Alter von 12 Lebenswochen ist eine zweimalige Impfung im Abstand von 3 – 4 Wochen, gefolgt von einer weiteren Impfung nach 1 Jahr, für eine erfolgreiche Grundimmunisierung ausreichend.

Wiederholungsimpfungen:

Wiederholungsimpfungen sind alle Impfungen, die nach abgeschlossener Grundimmunisierung erfolgen.

Tollwut, Staupe, HCC, Parvovirose

Wiederholungsimpfungen ab dem 2. Lebensjahr in dreijährigem Rhythmus sind nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausreichend.

In Deutschland gelten seit Änderung der Tollwutverordnung v. 20.12.2005 nunmehr die in den Packungsbeilagen genannten Wiederholungsimpftermine. (Diese sind inzwischen alle auf 3 Jahre beschrieben)

Leptospirose

Jährliche Wiederholungsimpfungen sind zu empfehlen.

B. Impfempfehlung Katze

Core - Komponenten gegen:
Rhinotracheitisvirus (Felines Herpesvirus), Felines Calicivirus (zusammen Katzenschnupfen) , Felines Parvovirus (Katzenseuche) (RCP), Tollwut

Da in Deutschland eine Vielzahl von Katzen ausschließlich in Wohnungen gehalten werden, kann auf eine generelle Tollwutimpfung als Core - Komponente verzichtet werden. Bei freilaufenden Katzen ist die Impfung jedoch unerlässlich.

Grundimmunisierung

Als Grundimmunisierungen von Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren.

Im Alter von
8 Lebenswochen: RCP

12 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern

16 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern

15 Lebensmonaten: RCP, Tollwut bei Freigängern

Ab einem Alter von 12 Lebenswochen ist eine zweimalige Impfung im Abstand von 3 – 4 Wochen, gefolgt von einer weiteren Impfung nach 1 Jahr, für eine erfolgreiche Grundimmunisierung ausreichend.

Wiederholungsimpfungen

Wiederholungsimpfungen sind alle Impfungen, die nach abgeschlossener Grundimmunisierung erfolgen.

Tollwut

In Deutschland gelten seit Änderung der Tollwutverordnung v. 20.12.2005 nunmehr die in den Packungsbeilagen genannten Wiederholungsimpftermine. (alle 3 Jahre zumeist)

RCP (Katzenseuche)

Für die RCP-Komponente sind Wiederholungsimpfungen im Abstand von 3 Jahren ausreichend.

Katzenschnupfen

Für die Rhinotracheitis- und Calicivirus- Komponente werden Wiederholungsimpfungen im Abstand von 1 Jahr empfohlen. Bei Katzen, die keinem hohen Infektionsdruck ausgesetzt sind (z. B. Wohnungskatzen), ist eine Wiederholungsimpfung der Rhinotracheitis- und Calicivirus-Komponente im Abstand von 2 Jahren ausreichend.
Auf RCP kann man dann ganz verzichten.

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Was meint iXi dazu?

iXi meint, dass eine Grundimmunisierung in Form einer zweimaligen Impfung bei Hund und Katze ab der 12.Woche sinnvoll ist mit der Wiederholung nach einem Jahr. Dann ist unser Tier erst einmal gut geschützt. Man sollte auch sehr darauf achten, dass der Tierarzt die im Impfpass einzutragende Impfschutzdauer auch richtig einträgt. Wenn bei Tollwut statt 3 Jahre 1 Jahr eingetragen ist, können Sie nur 1Jahr damit reisen. Bestehen Sie auf den richtigen Eintrag! Der Tierarzt ist verpflichtet dazu.

Man kann also mit ruhigem Gewissen nur alle 3 Jahre zur Komplett-Impfung gehen. Allerdings ist für manche Hunde, die regelmäßig Hundesportveranstaltungen, Hundeplätze oder Ausstellungen besuchen, eine jährliche Zwingerhusten-Impfung sinnvoll. Das ist ein Schutz vor einem ansteckenden Husten, eine Art Influenza, der sehr lange dauern kann und extrem lästig für Tier und Besitzer ist.

Diese Impfung gibt es auch einzeln und zwar als Nasentropfen.

Was die Leptospirose - Impfung angeht, so wird sie jährlich empfohlen und das ist auch sinnvoll, wenn die Hunde in Kontakt mit Gewässern kommen, die mit Mäuse- oder Rattenurin kontaminiert sein können. Allerdings gibt es viele Unterarten von Leptospiren und ob gerade die richtigen geimpft werden, ist Zufall. Aber generell muss man sie empfehlen.

Die Borreliose - Impfung ist sehr teuer und wirkt nur gegen einzelne Stämme von Borrelien, was bedeutet, dass man den Zeckenschutz trotzdem nicht vernachlässigen darf. Dann kann man eigentlich auch gleich auf die Impfung verzichten.

Herpesimpfungen sind nur für Züchter interessant und im Allgemeinen zweifelhaft.

Bei Katzen gibt es noch die Leukose - Impfung, die bei freilaufenden Katzen und hoher Katzendichte zumindest als Zusatz zur Grundimmunisierung sinnvoll ist. Dabei sollte man aber vor der 1.Impfung einen Leukosetest machen lassen um sicher zu gehen ob das Tier frei von Viren ist. Dies ist auch vorgeschrieben für Tierpensionen.

Nach der Grundimmunisierung reicht es im Allgemeinen, diese mit der Katzenseuche alle 3 Jahre zu wiederholen. Es gibt nämlich an der Einstichstelle durch Reizung des Gewebes die Gefahr von bösartigen Tumoren.

Da sollte man etwas abwägen.

Eine FIP - Impfung gibt es auch noch, die aber sehr teuer ist, von zweifelhaftem Nutzen und höchstens für Züchter interessant.

Wenn es zu Unstimmigkeiten bezüglich der Impfintervalle kommt, gibt es immer noch die Möglichkeit, die Antikörper - Titer ( das sind die nach Impfung vom Körper hergestellten Abwehrkräfte gegen die einzelnen Krankheiten) für die einzelnen Impfstofferreger im Labor bestimmen zu lassen. Ein positiver Titer wird in Tollwut - freien Ländern auch oft für die Einreise verlangt. Er ist also aussagekräftig!

Unabhängig von allem gilt aber auf jeden Fall, dass das Tier ganz gesund sein muss, wenn es geimpft werden soll.

Dazu gehört immer eine sorgfältige Grunduntersuchung mit Temperaturmessung. Im Zweifelsfalle sollte man lieber die Impfung verschieben, denn eine Impfung ist für das Tier keine Kleinigkeit. Sie fordert das ganze Immunsystem.

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